Ich möchte hier über meinem Verkehrsunfall berichten oder genauer gesagt über das wie ich es danach erlebt habe.

Meine Geschichte trägt den Namen

 

Von Heute auf Morgen aus dem Leben gerissen

 

Ich war 24 Jahre, Beruf Elektroinstallateur. Den Kopf voller Pläne, für die Zukunft alle Wege und Möglichkeiten offen. So war es vor dem Unfall.

Doch es sollte anders kommen, so wie ich mir es nie hätte träumen lassen.

Behindert das kennt man nur von anderen. Selbst glaubt man immer das passiert einem nicht.

Seit gut einem Jahr verheiratet, eine eigene Wohnung und auf dem besten Weg, gerade eine Familie zu werden. Durch die Tätigkeit als Kundendienstmonteur mehr als ausgelastet, zweimal in der Woche zur Abendschule, um weiterzukommen und am Wochenende die Reparaturen erledigen, die in der Woche nicht machbar waren. So oder so ähnlich könnte man kurz mein Leben vor dem Unfall beschreiben.

Aber am 29 August 1982 änderte sich das schlagartig. Ein Wagen von rechts, der viel zu schnell war und den ich nicht sehen konnte oder nicht gesehen habe. Was genau geschehen ist, weiß ich bis heute nicht.

Im Krankenhaus Bassum wurde eine Notoperation durchgeführt. Leber, Nieren und mehr waren vom Sicherheitsgurt gequetscht und zum Teil eingerissen. Nach der Operation bin ich aus der Narkose nicht, wie es hätte sein müssen, erwacht.

Aufgrund eines schweren Schädelhirntraumas infolge des Unfalls war ich nun ins Koma gefallen.

Am nächsten Morgen wurde ich sofort ins Zentral-Krankenhaus-Bremen-Ost eingeliefert. Nun begann für meine Angehörigen, meinen Kollegen und für die Ärzte eine Zeit des Abwarten's und für mich ein nicht aufhörender Traum. Ich habe bestimmt die meiste Zeit tief und fest geschlafen. Es gab aber auch Phasen wo ich nicht schlief, ob es zwei oder eine Woche oder nur ein paar Tage waren, vielleicht waren es auch immer wieder ein paar Minuten wo ich nicht schlief, kann ich nicht sagen. In diesen Momenten fühlte ich mich wie auf einem Schiff. Ein ständiges Rauschen konnte ich wahrnehmen, ein Rauschen wie ich es nur vom Wasser her kannte. Das monotone Geräusch der Beatmungsmaschine hielt ich für den Schiffsmotor. Ich hörte Stimmen wie: „.... hallo Werner!" oder „…. ist aus der Narkose nicht aufgewacht.“ Nach einer Weile kannte ich das Pflegepersonal anhand ihrer Stimmen. Ich wusste nicht wo ich war. Ich konnte niemanden sehen oder fragen. Wie beschrieben hielt ich es für einen Traum.

Nach drei Wochen während einer Computertomographie konnte ich die Stimmen nicht nur hören sondern auch sehen. (Ich war wieder an Land). Man muss nun nicht glauben, wenn man aus dem Koma erwacht, daß man wieder voll wach ist, ich war noch sehr benommen und müde. Gedanken gingen mir durch den Kopf und dennoch war ich nicht beunruhigt. Es gab immer wieder Momente, wo ich mich fragte, wo ich bin und in der nächsten Sekunde hatte ich die Frage vergessen. Es liefen da Frauen und Männer mit weißen Kitteln um mich herum. Einer hielt ein Röntgenbild in der Hand und sprach zu seinen Kollegen. Ich konnte nur ein Wort verstehen, was ich bis heute nicht vergessen habe „Halswirbelfraktur„. Jeder fragte mich ob ich Ihn verstehen könne. Ständig leuchtet mir jemand mit einer Taschenlampe in die Augen. „Ich-!" Ich konnte nichts sagen, konnte mich nicht bewegen und wusste immer noch nicht, wo ich war und es war mir im Grunde auch völlig egal.

 

Das Nächste was ich wieder sehen konnte, war eine Zimmerdecke. Ich lag auf dem Rücken. Rechts war eine Tür. Ich konnte nur das oberste Drittel erkennen; links waren Fenster. Auch dort sah ich nur den obersten Teil, keine Vorhänge. Wenn ich nach unten sah, in Richtung meiner Brust, konnte ich Schläuche erkennen, die über meine linken Schulter lagen. Den Blick nach oben gerichtet, erkannte ich an der Wand befestigte elektronische Geräte, von denen mehrere Kabel oder dünne Schläuche zu mir herunter hingen. Für mich verwirrend war, ich sah alles doppelt.

„Wo bist du hier“ fragte ich mich in Gedanken. “Krankenhaus? --- Was ist passiert?

„Werner --- denke nach, wo warst du zuletzt, und was hast du gemacht“. Ich wusste es nicht.

Die Tür ging auf und es kam jemand herein, es dauerte etwas, ich musste abwarten bis die Person in mein Blickfeld kam; ein Typ mit welligen langen dunkelblonden Haaren.

Er fing an, an meiner Decke zu ziehen und sie glatt zu zupfen. „Na Werner, was haben die mit deiner Decke gemacht“ sprach er laut zu sich selbst, oder zu mir? Er hatte mich aber noch nicht gesehen, wir hatten noch keinen Augenkontakt gehabt. Die Stimme kannte ich genau. Für mich war das einer vom Schiff. Dann schaute er mich an und erkannte, dass ich meine Augen geöffnet hatte. „Hallo Werner! ich bin der Klaus“ sagte er sichtlich erfreut. „Hallo, wo bin ich hier?“ wollte ich sogleich fragen, aber irgendwie ging das nicht. „Werner ist wach!“ rief er lautstark zur Tür. Aus dem Hintergrund hörte ich jemand antworten „Ich weiß, war er vorhin auch schon mal kurz“. Auch die Stimme war mir bekannt und vertraut. Bei mir wurde ein Luftrörenschnitt gemacht und ich wurde mittels einer Beatmungsmaschine beatmet. Da ich nicht schlucken konnte, aber sich im Mund und Rachen ständig Speichel und Schleim ansammelte, musste dieser von Zeit zu Zeit abgesaugt werden. Was der Pfleger gleich kommentarlos miterledigte. Diese Prozedur musste ich fast stündlich ertragen. Es war nicht schmerzhaft, aber angenehm war das auch nicht. Er guckte mich an und fragte: „Kannst du mich hören?“ Ich konnte ihn nur starr angucken und abwarten, was passiert. „Kannst du die Augen schließen und öffnen." Ich schlug wie wild meine Augen zu und auf, zu und auf. „Gut- wenn du ja sagen willst, läßt du die Augen auf und bei „nein" machst du die Augen zu“ legte er fest. „Verstehen kannst du mich.“ fragte er gleich. Ich dachte jetzt bloß nicht zwinkern.

„Du hattest einen Unfall und bist hier im Krankenhaus“. „Ich komme öfter mal vorbei und sehe nach dir“. Das war alles, was ich in dem Moment erfuhr. Mit dem letzten Wort ging Klaus schon in Richtung Tür.

Da lag ich nun, sah zur Decke und überlegte, Unfall??" Was für ein Unfall? Verkehrsunfall? Oder auf der Arbeit? Ich wusste es nicht. Je mehr ich darüber nachdachte, desto müder wurde ich und bin wohl wieder eingeschlafen.

Auf einmal wurde ich wach. Da standen zwei oder drei Ärzte an meinem Bett und Klaus stand am Ende vom Bett und zog wieder an der Decke. „Hallo Herr Wiegmann, können Sie mich hören? Drücken Sie mal meine Hand,“ sprach der Doktor vorne rechts neben meinem Bett und ergriff meine rechte Hand. Ich drückte so sehr ich konnte, aber gespürt habe ich nur seine Hand. Drücken konnte ich nicht. Kein Bisschen. Dann sagte er: „Gut das war gut.“ Er erzählte dann etwas seiner Kollegin. Scheinbar eine Ärztin. Aber ich konnte es nicht verstehen. Dann ging er zum Bettende und zog kräftig mit einem spitzen Gegenstand von der Ferse bis zu den Zehen unter meinem rechten Fuß. „Spüren sie das?“ Spüren-? Das tat höllisch weh. Ich muss total mein Gesicht verzogen haben. “Ja“ hörte ich den Doktor sagen „das ist gut!“ Das Gleiche mit dem linken Fuß. Allerdings mit weniger Schmerzen. Er fühlte dann noch den Druck meiner linken Hand, der war aber auch nicht besser wie rechts. „Ich komme gleich noch mal wieder“ sagte ein sehr junger Arzt, der vorher immer im Hintergrund gestanden war und zog währenddessen die Decke wieder höher. Dann verschwanden alle aus meinem Blickfeld in Richtung Tür. Klaus, der Pfleger,

prüfte noch die ganzen Geräte an meinem Bett, schaute mich freundlich an, zog meine Decke wieder über die Füße und verschwand dann auch in Richtung Tür.

Plötzlich standen wieder drei Personen an meinem Bett. Der junge Arzt der noch mal wiederkommen wollte, mit noch einem älteren Kollegen und Klaus. Die drei Herren begannen sofort, an meinem Bett am Kopfende zu schauben und zu hämmern. Sie bauten die Holzverkleidung aus dem Kopfteil aus.

 „So! - Werner wir befestigen jetzt ein Gewicht an deinem Kopf, um die Wirbelsäule zustrecken.“ sagte Klaus und entfernte derweil ein Stück Haare rechts und links am Kopf. „Das piekt jetzt ein bisschen“ meinte der junge Arzt bevor er mir in den soeben geschorenen Stellen eine Spritze gab. Dann schraubten sie ein Gestell aus Metall an meinen Kopf. Ich spürte nur ein leichten Druck rechts und links am Kopf und konnte hören wie sich die Schrauben in meine Schädelknochen bohrten.

 Dann hängte der Doktor vorsichtig ein Gewicht an das Gestell. Ich spürte, wie mein Kopf nach oben gezogen wurde, was nicht angenehm, aber auch nicht schmerzhaft war. „So- das sollte erst einmal so gut sein. Nächste Woche bekommst du ein Stützkorsett, damit können wir dich dann auch mal in einen Stuhl setzen.“

Und ich dachte, wenn ich diesen ganzen Krempel los bin, gehe ich sowieso nach Hause. Mir war noch nicht bewusst, wie schwer ich verletzt war. Ich hatte auch keine Lust, darüber nachzudenken. In dem Moment war ich froh, daß ich meine Ruhe hatte und wieder schlafen konnte. Eine Weile später hörte ich die Stimme von Klaus die deutlich in meine Richtung kam. Ich schaute zur Tür und sah die Tür fast vollständig. „Wie kommt das?" - dachte ich. Es hat ein bisschen gedauert bis ich merkte, daß ich den Kopf ein kleinwenig drehen konnte. Als ich dabei war auszuprobieren wie weit ich meinen Kopf drehen kann, kam Klaus an mein Bett gestürmt. „Nicht! Werner du musst deinen Kopf still halten. Du hast sicher Schmerzen, ich darf dir was geben. Warte kurz, ich komme gleich wieder“. Sagte Klaus zu mir und ging flotten Schrittes zur Tür hinaus, und war im nächsten Augenblick schon wieder da. „Nun wird’s gleich besser“ sagte er. Er entnahm aus einer kleinen Ampulle mit Hilfe einer Spritze eine Arznei und drücke diese in eine kleine Öffnung direkt in meinen Tropf. Ich hatte keine Schmerzen und wollte doch nur probieren, wie weit ich meinen Kopf drehen konnte. Doch was ich nun erlebte, übertraf alles was mir bekannt war. Sofort bekam ich so eine Art von Pfefferminzgeschmack im Mund. Mir wurde angenehm warm, leicht und eine Gemütsruhe stellte sich ein, wie ich sie noch nie zuvor erlebt hatte.

Irgendwann am Abend oder in der Nacht ließ die Wirkung nach. Jetzt hatte ich Kopfschmerzen, die so stark waren, das ich mir wünschte, ich könnte wieder schlafen. Im Zimmer war nur ein kleines Licht über meinem Bett eingeschaltet. Rechts neben mir waren noch zwei Lichter, links war das Fenster. Draußen schien es dunkel zu sein.

- „Ob da gleich jemand kommt?"überlegte ich. Vielleicht können die mir ein Kissen geben. Als wenn ich mit dem Hinterkopf auf einer harten Kante lag, so einen Druck fühlte ich und der Schmerz wurde immer stärker. - Rufen ? Klingeln! Im Krankenhaus muss man klingeln fiel mir ein, Das kannte ich von der Arbeit. Schon mehrfach musste ich solche Anlagen installieren oder reparieren. Wie ich so nach rechts schaute und meinen Tropf beobachtete, sah ich unten am Gestell einen typischen Handdrücker hängen. Spontan wollte ich nach dem Handdrücker greifen, doch mein rechter Arm lag unter der Decke und war zu schwach. Aber er hatte sich bewegt, das hatte ich deutlich gespürt. Meine Kopfschmerzen hatte ich vergessen, ich fing an zu prüfen, welche Bewegungen noch möglich waren. Nach dem rechten Arm konnte ich auch die Finger der rechten Hand, das rechte Bein, den rechten Fuß und sogar die Zehen vom rechten Fuß bewegen. Aber um etwas zu ergreifen oder zu klopfen, war ich noch zu schwach. Das Ganze war für mich so aufregend, daß ich spürte wie mein Herz schnell und stark klopfte. Plötzlich piepte eines meiner Überwachungsgeräte über den Bett. Es kam sofort eine Schwester zu mir ins Zimmer und stellte das piepen ab. „Hallo Werner, du hast einen viel zu hohen Puls, du hast sicher Schmerzen,“

sagte sie, und verließ das Zimmer. Meine Schmerzen hatte ich vergessen, viel wichtiger für mich war, daß ich mich bewegen konnte. Die Schwester kam zurück, versuchte mich zu beruhigen und verabreichte mir das gleich Mittel wie der Pfleger morgens. Oder war es mittags gewesen? Wieder bekam ich diesen Pfefferminzgeschmack im Mund und wieder das ermüdende angenehme Gefühl.

Mit starken Kopfschmerzen wurde ich wieder wach. Tageslicht fiel durch das Fenster.Vor meinem Zimmer war große Unruhe, da wurden Stühle gerückt und mit Geschirr geklappert. Das hörte sich jedenfalls so an. Welche Tageszeit oder wie späht es gerade war, wusste ich nicht. Welchen Tag wir wohl haben? fiel mir so ein. Am 11 September feierte mein Arbeitskollege seine Hochzeit. Da war ich, da waren wir eingeladen. Wo war eigentlich Ute? Ute ist die Frau mit der ich seit gut einem Jahr verheiratet bin. Sie wird bestimmt bald kommen und dann werde ich auch genau erfahren was passiert ist. Wenn ich nur nicht solche Kopfschmerzen hätte, dann könnte ich mich vielleicht auch besser erinnern. Was kann passiert sein? Ich musste immer wieder darüber nachdenken. Was weisst du? Ich versuchte mich zu erinnern und dachte nach.

Auto gewaschen und poliert, genau jetzt wusste ich es wieder. Ich hatte unser Auto gewaschen und poliert. Das war gestern, Samstag der 28. August gewesen. Also bis zum 11. September noch viel Zeit .Bis dahin bin ich hier sicher wieder raus. Nein - das kann nicht sein, gestern war ich ja schon hier. Da ist heute schon Montag oder Dienstag. Ich muss zur Arbeit. Der Firmenwagen steht Zuhause auf dem Hof. Ute hat sicher schon in der Firma angerufen das ich nicht kommen kann. Die Schlüssel und Papiere liegen im Wohnzimmer auf dem Schreibtisch. Das weiß Ute eigentlich. Meine Werkzeugtasche ist im Flur, aber die braucht ja sonst keiner. So lag ich im Bett auf dem Rücken und überlegte was geschehen sein könnte. Ein Unfall ist passiert? Aber wie und wo oder womit, ich konnte mich an nichts erinnern. Ob Ute es schon weiß? Die macht sich bestimmt Sorgen, wenn ich nicht abends nach Hause komme. Aber irgendjemand muss ja wissen was passiert ist, denn sonst wäre ich nicht im Krankenhaus. Die nächste Person die kommt um bei mir abzusaugen, die werde ich bitten mir zu sagen was passiert ist und wo ich hier bin, daß hatte ich mir jetzt fest vorgenommen.

Wenn ich mich nur besser bewegen könnte. Meine Hände fühlten sich seltsam an, so als ob ich Handschuhe an hätte. Das gleiche Gefühl hatte ich auch bei den Beinen. Wenn ich versuchte mich irgendwie zu bewegen um an den Beinen oder am Rücken etwas zu fühlen, dann war das nicht so wie sonst, sondern schwächer. Ich spürte, dass ich auf dem Rücken lag aber ich fühlte viel weniger. Was ich deutlich fühlte war mein Kopf der immer noch auf einer harten Kante lag. Den Kopf etwas drehen, brachte da auch keine Erleichterung, daß hatte ich schon versucht. Mit meinen Körper insgesamt weiter nach unten zu rutschen um den Kopf von der Kante zu bekommen gelang mir auch nicht. Ich versuchte mit den Händen das Bettlaken zu greifen. Rechts krümmten sich nur die Finger etwas und links ging gar nichts. Ich war völlig hilflos. „ Doch gelähmt? Die Halswirbel-Fraktur doch bei mir? -“, schoss mir durch den Kopf, ein kurzer Gedanke nur. Aber erschrocken war ich schon. Nein! Ich konnte ja die Finger bewegen. Ich beruhigte mich erst ein mal wieder. Allerdings so richtig zufrieden war ich mit dem Gedanken nicht.

Die Finger der rechten Hand konnte ich bewegen aber nur ein wenig und ohne Kraft. Ich fing an zu zweifeln – Halswirbelfraktur – seid dem ich dieses Wort gehört hatte musste ich immer wieder daran denken. Ich Querschnittsgelähmt ?

Eine Schwester kam ins Zimmer, bei mir brodelte es in der Luftröhre, die angesammelte Flüssigkeit musste abgesaugt werden. Das konnte man anscheinend bis auf dem Gang vor dem Zimmer hören. Der Name „Yvonne „ stand auf einem kleinen Schild an ihren Kittel. „ Hallo Werner ich saug dich mal eben ab“ sagte sie und guckte mich lächelnd an.

Die Prozedur kannte ich schon. Sie nahm einen neuen sterilisierten Saugschlauch aus der Verpackung, steckte ihn auf dem Absauger und begann durch eine Öffnung in meinem Hals den angesammelten Speichel abzusaugen. Ein komisches Gefühl ist das schon wenn da jemand mit einem Schlauch in der Luftröhre stochert. Es gab Schwestern und Pfleger die waren ganz vorsichtig, die berührten nicht oder ganz leicht die Innenseite der Luftröhre. Aber es gab auch andere bei denen hatte ich immer die Vermutung, für sie sei es eine unangenehme Arbeit, also machten sie es schnell und ohne Rücksicht. Ich musste es dann einfach so ertragen, konnte mich nicht dagegen wehren oder mich beschweren. Ich habe dann versucht eine krause Stirn zu ziehen und die Augen zu schließen. Mehr war mir nicht möglich. Doch es gab Schwestern und auch Pfleger die ignorierten meine Mimik einfach. Aber Yvonne war vorsichtig und freute sich wenn ich anschließend viel ruhiger atmete. Sie kontrollierte noch die Überwachungsgeräte und den Tropf dann verschwand sie aus dem Zimmer.

Ich war wieder alleine mit meinen Gedanken und hatte wieder nicht gefragt was passiert ist. Nicht zu wissen was geschehen ist und was mit mir ist, diese Gedanken, ließen mich nicht mehr los.

Meine Mutter kam ins Zimmer, ich hatte sie nicht gleich erkannt. Sie trug über ihrer Kleidung einen grünen Kittel, als wenn sie zum Krankenhaus gehören würde. Da kam noch jemand, auch im grünen Kittel, mein Chef, der Alte, so wurde er liebevoll von uns Mitarbeitern genannt, wenn man über ihn sprach. "Doch ein Arbeitsunfall?", dachte ich.

 

Mutter begrüßte mich, sie drückte meine linke Hand und auch mein Chef drückte meine linke Hand mit den Worten " Hallo Herr Wiegmann. " So sprach mich hier kaum jemand an. Hier wurde ich nur Werner genannt, fiel mir in dem Moment auf. Es war schön, wieder vertraute Menschen um sich zu haben. Aber nun wusste ich nicht, wie ich all meine Fragen stellen sollte. Meine Mutter fragte mich, ob ich wüsste wo ich hier bin. Ich schloss wie gewohnt meine Augen, um nein zusagen, doch damit konnte sie nichts anfangen. Mein Chef meinte daraufhin: "Er ist noch ganz müde". Nun kam aber zum Glück Pfleger Klaus und erklärte mir, dass mein Besuch nur eine halbe Stunde bleiben könne und meinem Besuch, wie man sich mit mir verständigen kann.

 

Daraufhin erfuhr ich stückchenweise, mit viel Augen schließen und öffnen, dass ich mit meiner Frau zusammen am Sonntagabend, den 29. August gegen 22 Uhr einen Verkehrsunfall hatte. Es hatte einen Zusammenstoß gegeben, auf einer Kreisstraße, die ich überqueren wollte. Meine Frau war ebenfalls schwer verletzt und wird im Krankenhaus Bassum behandelt und versorgt. Der Unfallgegner war zum Glück nur leicht verletzt, beide Fahrzeuge hatten Totalschaden. Weiterhin erfuhr ich, dass wir mittlerweile schon den 16. September hatten. Ich musste die Informationen so hinnehmen, wie ich sie bekam, ich konnte nicht fragen, wenn ich etwas genauer wissen wollte. Wenn ich zuvor auch nie beunruhigt war, jetzt wurde mir ganz unwohl. Ich wollte es nicht glauben, das war mir passiert. Wie schon beschrieben, ich bekam die Informationen ohne darauf reagieren zu können.

Zum Glück kam eine Schwester und sprach leise zu meinen Chef, die halbe Stunde sei um und sie möchten sich verabschieden, weil ich noch sehr viel Ruhe brauchte. Einerseits war ich froh, da ich schon fast nicht mehr zuhören konnte. Anderseits war es aber auch schön, vertraute Menschen neben sich zu wissen, auch wenn man selbst schon fast schläft.

Die beiden verabschiedeten sich, und ich hätte eigentlich wieder schlafen müssen. Aber ich musste erst einmal über das, was ich erfahren hatte, nachdenken. Mein erster Gedanke war, was ist mit Ute, meiner zu der Zeit schwangeren Frau. Sie hatte einen doppelt Beckenbruch und einen Unterarmbruch. Was mit unserem ungeborenen Kind war, wusste ich nicht. Die Müdigkeit war denn aber doch stärker als meine Gedanken.

Den Tag darauf wurde ich vom Geschirrgeklapper wach. Nicht weil ich Hunger hatte, nein, ich wurde ja ständig durch den Tropf ernährt. Wenn ich schlief, wurde ich an die Beatmungsmaschine angeschlossen. Wenn ich wach war, wurden die Schläuche entfernt und ich musste selbst atmen.

So wartete ich jetzt, dass jemand kam und mich von den Schläuchen befreite. Sofort war ich mit meinen Gedanken wieder bei dem, was ich gestern erfahren hatte, bei meiner Frau, meiner Arbeit, unserm Auto und was ich sonst noch erfahren hatte. Die Hochzeitsfeier von meinen Arbeitskollegen hatte dann wohl ohne uns stattgefunden. Schade, ich wäre gern dabei gewesen. Dann überlegte ich, was ich letzten Sonntag, also den 29. August gemacht hatte, aber da war nichts, keine Erinnerung. In Engeln, einem kleinen Ort in der Nähe von meinem Wohnort, hatte ich versucht, die Affinghäuserstraße in Richtung Weselo zu überqueren. Die Kreuzung kannte ich. Aber warum bin ich da gefahren, ich konnte mir das nicht erklären.

Doch ein Verkehrsunfall! In Gedanken fragte ich mich: "War ich angeschnallt gewesen? Klar, - war ich angeschnallt". Ich schnallte mich sogar an, wenn ich nur das Auto umdrehen wollte, beantwortete ich die Frage in Gedanken.

Wie wir mit dem anderen zusammen gestoßen sind, hat meine Mutter mir nicht gesagt, auch nicht wie und wo mein Auto beschädigt ist. Ich hatte immer das Bild von einem Audi 100 vor Augen, wenn ich darüber nachdachte. Jedoch konnte ich mich nicht erinnern, wo und in welchen Zusammenhang ich den sonst gesehen hatte.

"Wie es wohl dem anderen Fahrer geht", machte ich mir Gedanken, "ob der wohl alleine war? Was für ein Auto das wohl war? Ob der Audi mein Unfallgegner war? Ich konnte mich sonst an nichts erinnern. "Wer weiss, wo ich den Audi gesehen habe, der hat vielleicht nichts mit dem Unfall zutun.", beruhigte ich mich.

 

Mit dem Gedanken gerade noch bei dem Anderen und bei dem Auto, da fiel mir die brennende Frage wieder ein: „Was ist mit mir? Warum kann ich nicht sprechen, mich nicht bewegen, nicht sitzen?“ „Sitzen kann ich erst mit dem Stützkorsett“, das hatte der Arzt beim Anlegen des Kopfgestelles gesagt, fiel mir bei dem Gedanken ein. Das Kopfgestell muss ich wegen einer Halswirbelfraktur, also einem Bruch der Halswirbelsäule tragen. Aber ich spüre ja noch meine Arme und Beine, zwar irgendwie anders aber ich spüre sie. Bei einem Bruch der Halswirbelsäule ist man querschnittsgelähmt und spürt nichts mehr, glaubte ich zu wissen.

Eine Schwester kam, um mich abzusaugen. In dem Moment, wo sie mich anschaute, versuchte ich zu fragen: „Was ist mit mir?“ Völlig geräuschlos konnte ich nur die Lippen bewegen. „Du willst mir etwas sagen?“, fragte sie. Ich guckte sie mit starrem Blick an, ohne die Augen zu schließen. „Warte, ich mache das hier eben fertig, dann hole ich Kalle“. - Kalle? Wer ist Kalle, dachte ich. Die Schwester macht ihre Arbeit zuende und verlies das Zimmer mit den Worten: „Ich komme gleich wieder“. Sie kam wieder mit dem jungen Arzt, der beim Anlegen des Kopfgestelles geholfen hatte. Ein sehr junger Arzt. Auf seinem Schild am Kittel stand nur „Kalle“. Die beiden guckten mich fragend an und ich versuchte zu sagen: „Was ist mit mir?“ „Hast du Schmerzen?“, fragte Kalle. Ich schloss ganz fest meine Augen. Die Schwester hakte nach: „Hast du Hunger?“ Ich schloss wieder fest meine Augen. „Immer, wenn er die Augen schließt, dann heißt das „nein“, hat mir Klaus erzählt.“, erklärte Kalle der Schwester. „Was ist mit mir?“, wiederholte ich die Frage und versuchte übertrieben meine Lippen zu bewegen. „Ich verstehe ihn nicht.“, sagte die Schwester zu Kalle. „Werner will wissen, was mit ihm ist.“, sagte Kalle und sah dabei sehr nachdenklich aus. „Ich komme gleich wieder.“ sagte Kalle .

Die Schwester nahm die leeren Verpackungen von meinem Bett zupfte meine Bettdecke glatt und verlies ebenfalls das Zimmer. Nach einer ganzen Weile kam Kalle mit dem Arzt zurück, dem ich die Hand drücken musste. Ein Neurologe, wie ich auf seinem Schild am Kittel lesen konnte. „Werner möchte wissen was mit ihm ist“ erklärte Kalle seinem Kollegen. Für einen kurzen Moment standen beide etwas nachdenklich an meinem Bett. Der Neurologe nahm sich dann einen Stuhl, setzte sich zu mir ans Bett. Behutsam erklärte der Neurologe mir, was ich mir beim Unfall an Verletzungen zugezogen habe. Nach den inneren Verletzungen, die im Krankenhaus Bassum operiert wurden, bin ich auf Grund eines Schädelhirntraumas ins Koma gefallen. Ich müsste mir folgendes vorstellen, mein Gehirn ist durch eine große Erschütterung, durch einen Aufprall oder einen heftigen Stoß dermaßen gestaucht worden, dass im Gehirn viele kleine Blutadern gerissen oder geplatzt sind. Mein ganzes Gehirn sei ein großer Bluterguss gewesen, was sich jetzt nach und nach zurückbildet. Da ich nicht aus eigener Kraft ausreichend atmen konnte, war ein Luftröhrenschnitt notwendig geworden. Bei einer Computertomographie zur Kontrolle wurde eine Fraktur im 3. und 4. Halswirbel erkannt. Nun müssten wir abwarten, dass sich der Bluterguss zurück bildet. Dann würde ich auch wieder selber ausreichend atmen können. Wenn die Atmung wieder kräftig genug ist, dann würde der Luftröhrenschnitt geschlossen. Erst dann kann man die beiden Halswirbel operativ fixieren. Ob oder in wie weit ich wieder völlig gesund werde würde, könnte man noch nicht sagen. So erklärte es mir der Doktor, so habe ich es jedenfalls verstanden. Ich wollte noch fragen wie lange das dauern würde, das hat er aber einfach übersehen und nicht weiter darauf reagiert.

Ich war erschrocken - ich wusste nicht mehr, was ich denken sollte. Wenn ich mir sagte, dass das alles gar nicht so schlimm sein könne, dann beruhigte mich das erst ein mal. Anderseits: Warum sollte der Arzt das schlimmer machen, als es ist. Das würde ja Monate dauern, bis das alles so abgeheilt und zusammen gewachsen ist und dann noch die Ungewissheit, ob nicht doch etwas zurück bleiben wird. Oder hat er mir nur die Hälfte erzählt, um mich nicht unnötig aufzuregen. Würde ich nie wieder arbeiten können, eventuell nur noch im Rollstuhl sitzen? „Nein der Gedanke war nicht gut, es wird schon alles wieder werden.“, minderte ich meine Bedenken. Wieder fing ich an, mich zu überprüfen. Angefangen bei den Doppelbildern: War das schon besser geworden? Nein, noch genau so wie gestern. Vielleicht könnte ich ein Auge schließen, um festzustellen, welches Bild das richtige ist, überlegte ich mir. Wie sehr ich mich auch bemühte, ich konnte entweder beide Augen schließen oder gar keins. Den Kopf konnte ich etwas drehen, was ich eigentlich nicht sollte, aber langsam und vorsichtig wird das schon gehen. Weiter. Ich probierte jetzt die Finger, mit der rechten Hand zuerst, denn da bewegte sich, wie ich wusste, schon etwas. Ich versuchte die Finger zu krümmen und wieder gerade zu bekommen. Krümmen ging, aber gerade dauerte etwas länger. Jetzt die linke Hand, da war nichts, die fühlte ich auch weniger als die Rechte. Mit dem rechten Arm machte ich weiter, der war wie festgebunden. Ich spürte, dass ich den bewegen konnte, bewegen tat er sich nur ganz wenig. Ob der fest gebunden ist? Ob ich überall nur festgebunden bin, dachte ich für einen Moment. Da kam ein Schwester ins Zimmer: „Hallo Werner“ rief sie schon in der Tür. In der Hand hielt sie ein kleines Fläschchen und eine Spritze. „Ich soll dir etwas geben, hat der Docktor gesagt. Das wird dich beruhigen, da kannst du gut nach schlafen.“, erklärte sie mir. Ich dachte sofort: „Schön wieder Pfefferminzgeschmack!“

Das war immer toll.

Da ich weder essen noch trinken konnte, war das die einzige Möglichkeit, wo ich etwas schmecken durfte, durch dieses Schmerzmittel, das ich bekam.

Wieder hatte ich nach dem verabreichten Schmerzmittel lange schlafen können, wo sich mein Körper und mein Gehirn erholen konnten, und sich der Bluterguss weiter zurückbilden würde. Seit dem wissen über dem Bluterguss versuchte ich so viel wie möglich zuschlafen. Nach dem Aufwachen hatte ich dann zwar Kopfschmerzen aber die waren anders, mehr so überall und nicht an einer Stelle wie sonst.

Kalle, der junge Arzt kam zu mir ans Bett. „ So Werner wir machen jetzt die Abdrücke für ein Stützkorsett“. Zwei Herren in blauen Kitteln standen hinter Ihm jeder mit einer großen Tragetasche in der Hand. Kalle schlug meine Bettdecke zurück und alle betrachteten meine Oberkörper meinen Hals mit dem Luftröhreschnitt und meinen Kopf mit dem Gewicht was an ihm hing.

„Können wir Ihn aufsetzen?“ fragte einer der Herren. „Nein das geht nicht“, erwiderte Kalle sofort. „Und umdrehen“, hakte er gleich nach. „Auf die Seite drehen höchstens“, räumte Kalle ein.

„Aber wir müssen auch einen Abdruck vom Rücken nehmen“, erklärte einer der Herren dem Arzt. Der kuckte mich nachdenklich schon fast ratlos an. „Sie müssen erst einmal die Harre entfernen“, ortnette der Herr im blauen Kittel an. Die Krankenschwester die am Fußende vom Bett stand, ging sofort los und kam mit dem benötigten Utensilien wieder. Sie begann sogleich ohne weiter Worte meine Brustbeharrung zu entfernen. Wo bei die drei Herren sich überlegten wie sie den Abdruck von meinem Rücken bewerkstelligen sollten. Ich lag immer noch auf dem Rücken in meinem Bett und wartete auf die Dinge, die nun passieren sollten. Nach dem mein Brustbeharrung komplett entfernt war, begannen die beiden Herren mir leicht feuchte Tücher auf die Brust bis hinauf zum Kopf zulegen. Immer mehr in Schichten kreuz und quer übereinander, bis eine dicke Schicht daraus geworden war. Nun musste das noch zehn Minuten härten dann war der vordere Abdruck fertig. Scheinbar hatte man sich überlegt wie der hintere Abdruck zumachen sei.

Kalle erklärte mir, sie würden mich am Kopf ziehend aufsetzen, dann den vorbereitete Schicht aus den Tüchern an meinen Rücken drücken. Wenn mir dabei schwindelig würde oder wenn ich sogar starke Schmerzen bekäme, sollte ich fest die Augen schließen, dann würde man einen anderen Weg finden.

Wie das gehen sollte, hatte ich nicht verstanden. Das mit den Augen schließen schon, aber nicht das Aufsetzen.

Es wurde ein Pfleger gerufen, ein sehr großer und kräftiger Mensch, den ich nicht kannte und dessen Name ich nicht verstanden hatte.

Dieser Pfleger stieg zu mir aufs Bett und baute sich über mir am Kopfende auf. Ein Bein rechts vom Kopf, das andere links, so stand er bereitbeinig über mir. Er beugte sich runter und ergriff meinen Kopf. Kalle und die Schwester lösten das Gewicht von dem Kopfgestell. Dann begann der Pfleger ganz langsam den Kopf immer nach oben ziehend mich aufzusetzen. Wobei die übrigen Herren meinen Rücken unterstützten um mich möglichst gerade aufzurichten. Mir wurde nicht schwindelig dabei. Ich konnte jetzt das Zimmer aus einer ganz anderen Perspektive sehen.

Man drückte nach dem ich aufrecht saß oder sollte ich besser sagen, hing-, die vorbereiteten Tücher an meinen Rücken und Hals wieder bis zum Kopf.

“Wie lange muss ich so halten?“, fragte der Pfleger. „Einen kleinen Moment musst du das schon halten“, sagte Kalle und ergänzte: „still halten, nicht bewegen“. Der hatte mich fest im Griff, ich hatte keine Möglichkeit den Kopf nach links oder rechts zu drehen, um mehr vom Zimmer zusehen. Kalle stand vor mir und versperrte die Sicht und fragt alle paar Minuten: „Geht’s noch!“ Dann wieder der Pfleger: „wie lange noch?“ „Noch vier Minuten“ hörte ich eine Stimme im Hintergrund sagen.

Nach der abgelaufenen Zeit sagte die gleich Stimme: „Jetzt las uns das teil abnehmen“ Eine andere Stimme hörte ich sagen: „Es sitzt fest.“ Ich spürte ein leichtes Ziehen am Rücken.

„Wir haben vergessen die Rückenbeharrung zu entfernen“, sagte einer der Herren.

„Werner das wird jetzt etwas ziehen oder zwicken. Wir sind aber vorsichtig“, versprach mir Kalle. Ich spürte dann wie ein leichtes ziehen von unten her meinen Rücken hinauf stieg. Der Abdruck war nun ab und meine Harre wohl auch. Die waren alle in den Abdruck, wie ich kurz sehen konnte. Nach dem sie mich wieder hingelegt hatten und das Gewicht wieder befestigt war, sagte Kalle: „Na, war doch gar nicht so schlimm oder?“ Ich war froh, das ich wieder liegen durfte. Aufrecht am Kopf zu hängen ist zwar kurz eine gute Ablenkung aber auf die Dauer sehr ermüdend. Nach einer ganzen Weile kam Kalle wieder in mein Zimmer, um sich nach meinen Befinden zu erkundigen. „Das war sicherlich sehr anstrengend für dich, ich kann dir was geben, was dich beruhigt und dir die Schmerzen nimmt“. Sagte Kalle und fügte an: „Oder möchtest du es ohne versuchen, wenn, dann schließe jetzt fest die Augen“. Ich schloss natürlich nicht meine Augen. Dieses Schmerzmittel verabreicht zu bekommen, war immer wieder eine Art Belohnung. Es verschaffte mir dem Geschmack von Pfefferminz, beruhigte mich, machte mich müde, sorglos und nahm mir die Schmerzen.

 

Am nächsten Morgen wurde ich erstmals vom morgendlichen Bettenmach- und Waschtrupp aus dem Schlaf gerissen. Die Schwester weckte mich mit einem sanften „Hallo Werner“. Nach dem ich meine Augen geöffnet hatte, wiederholte sie das Wecken mit einen lauten: „Guten Morgen!“.

Bisher hatten die mich immer schlafen lassen und im Laufe des Vormittags gewaschen und zu dritt ganz vorsichtig durch Anheben das Bettlaken und das Fell gewechselt. Ich lag immer auf dem Rücken und unter mir eine Art Fell zum Schutz meiner Haut.

Irgendwie hatte ich das Gefühl, heute passiert noch etwas. Der Tag fing schon ganz anders an als sonst. Eigentlich so, wie ich mir einen Krankenhausaufenthalt immer vorgestellt hatte.

Nachdem der angesammelte Schleim aus dem Luftröhrenschnitt entfernt worden war, begann die Schwester mich oberflächlich flüchtig zu waschen. Eine zweite Schwester kam hinzu und die beiden tauschten mit viel Hin -und her -Gezerre und auf die Seite drehen, das Bettlaken und das Fell, auf dem ich lag.

„Na, wenn das jetzt meiner Wirbelsäule nicht geschadet hat, dann kann das gar nicht so schlimm sein!", dachte ich.

Völlig unbekleidet lag ich auf dem Fell, meine Arme lagen beide gestreckt neben meinem Körper. Ein Nachthemd, was hinten offen ist, wurde über meine Beine und Bauch gelegt, die Ärmel wurden unter meine Arme geklemmt. Nun noch die Decke darüber, fertig, so musste ich liegen bleiben, bewegen konnte ich mich ja nicht großartig.

Ich war die ganze Nacht nicht an die Beatmungsmaschine angeschlossen gewesen, stellte ich fest. Aber abgesehen von leichten Kopfschmerzen fühlte ich mich gut. Schlafen konnte ich jetzt auch nicht mehr, meine Müdigkeit war im Moment weg. Mit meinen Gedankenwar ich wieder beim Unfall. Ich konnte mich immer noch nicht erinnern, was passiert war.

Da kam Kalle mit dem großen Pfleger zu mir ans Bett. „Hallo Werner“, sprach der Pfleger zu mir „wir kennen uns ja schon. Ich bin hier für die Gymnastik zuständig und das ist Gudrun“, er zeigte dabei auf eine Frau, die am Fußende vom Bett stand. "Gudrun wird mit dir in der nächsten Zeit arbeiten und dir helfen, damit du wieder auf die Beine kommst.“, fuhr er fort und drückte seine Hand leicht auf meine linke Schulter. Die Frau begrüßte mich ebenfalls mit „Hallo Werner“. Kalle erklärte dann den beiden, was mit mir ist und dass sie jede Bewegung der Wirbelsäule unbedingt vermeiden müssten und wie man sich mit mir verständigen kann. Währendessen dachte ich sofort an die Weckaktion in der Früh.

Gymnastik im Krankenhaus, das war für mich etwas Neues. "Was soll ich denn jetzt für Übungen machen, ich kann mich ja so kaum bewegen, eigentlich überhaupt nicht.“, dachte ich. Der große Mensch, den ich für ein Pfleger gehalten hatte, erzählte jetzt seiner Kollegin die ganze Aktion mit dem Abdruck fürs Stützkorsett. Dann verließ er mit Kalle das Zimmer. Ich schaute mir die Gudrun nun genauer an. Die war groß, schlank, hatte langes blondes Haar, ein hübsches Gesicht und war kaum älter als ich. „So Werner, da können wir ja nicht sehr viel machen“, sagte sie und legte meine Decke auf einen Stuhl.

"Hoffentlich verrutscht jetzt nicht das Nachthemd!", dachte ich, ich hatte nichts darunter an. Bei den Schwestern hatte ich nie darüber nachgedacht, aber jetzt war das eine Frau in meinem Alter.

„Ich werde jetzt dein linkes Bein anheben und beugen, wenn es schmerzt oder unangenehm ist, schließe fest deine Augen.“, sagte sie und ergriff schon mit der einen Hand meinen linken Fuß und die andere Hand schob sie unter mein linkes Knie, um es anzuheben. Um jetzt zu schauen, was mit dem Nachthemd passiert, wollte ich den Kopf anheben. Da das aber nicht möglich war

wegen des Gewichts musste ich mich so sehr anstrengen, dass ich beide Augen fest schloss. „Was ist Werner, ich habe noch nichts gemacht“, fragte sie überrascht. Oh, ich habe meine Augen geschlossen, fiel mir ein. Wo ich noch überlegte, wie ich ihr nun mit meinen Möglichkeiten erklären konnte, dass das Augen schließen nichts mit ihren Bemühungen zu tun habe, sagte sie: „Ich versuche es noch einmal“. Ich schaute sie an und versuchte zu lächeln. Sie hob und beugte vorsichtig mein Bein mehrmals, ohne Schmerzen, ich konnte mich so oder so nicht dagegen wehren. Jetzt war auch bestimmt mein Nachthemd verrutscht, aber auch da konnte ich nichts tun, um mich bedeckt zuhalten. Nun gab ich meine Bedenken auf und dachte daran, dass ich die Frau nie wieder sehen würde, wenn ich hier raus käme, und das sie bestimmt schon viel Schlimmeres gesehen hat, wie mich, wenn sie im Krankenhaus arbeitet. Das rechte Bein wurde dann auch noch mehrfach gebeugt und gestreckt. Das Nachthemd war nun sicher komplettbis über die Hüfte hoch gerutscht.

Am Ende der Behandlung zog sie das Nachthemd wieder runter, legte die Decke wieder aufs Bett und verabschiedete sich mit den Worten: „Tschüß Werner, ich schau Morgen wieder vorbei"!

 

Mitte Vormittag wurde ich am nächsten Tag geweckt. Mir fiel sofort auf, dass ich auch diese Nacht nicht an der Beatmungsmaschine angeschlossen war. Nun waren das schon ein paar Tage und Nächte, wo ich ohne die Maschine, auskam. Das Atmen war einfach, wenn der Hals frei war, wenn immer der angesammelte Speichel aus der Luftröhre abgesaugt wurde. Ich schaffte es nicht, durch Schlucken oder Husten diese Ansammlung zu mindern. Vielleicht war es mit dem Loch im Hals auch gar nicht möglich zu schlucken, räuspern oder zu husten.

Nachdem die Schwestern mich gewaschen und neu gebettet hatten, sagte eine der Schwestern. "Gleich ist Chefvisite, da muss alles sauber und aufgeräumt sein." Dann ordnete sie sämtlich Schläuche und Kabel, die an mir befestigt waren und entfernte alle Verpackungsabfälle, die von den nächtlichen Absaugaktionen auf meinem Bett liegen geblieben waren.

Nun lag ich in meinem frisch gemachten Bett und grübelte wieder darüber nach, wie es zu dem Unfall kommen konnte, wann ich wieder nach Hause könne und wie es wohl Ute gehen würde. Ich fragte mich, wie schlimm sie verletzt ist, ob sie noch schwanger ist, und ob unserem Kind nichts passiert ist. Der Gedanke war sehr optimistisch. Eigentlich ist es nicht vorstellbar, dass dem Kind bei einem doppelten Beckenbruch nichts passiert ist. Ich hatte so viele Fragen und konnte sie niemanden stellen. Wenn jemand bei mir ist, von den Schwestern oder Ärzten, ja sogar meine Mutter, dann tun die, als wenn das alles so in Ordnung ist. Keiner sagt mir was, die wissen bestimmt alle mehr, was mich, und den Unfall oder Ute betrifft, als ich. Ich war verärgert darüber, dass man mir nur wenig sagte, was mit mir und Ute ist und dass ich nicht sprechen, mich nicht bewegen und nicht aufstehen konnte,

Da kam sie, die Chefvisite, ein Pulk von Weisskitteln, die sich um mein Bett aufbauen. Leider kamen die zu einem völlig falschem Zeitpunkt. Ich war so wütend auf alles und jeden, dass mein Herz heftig klopfte. Mir wurde am ganzem Körper heiß. Die Tränen schossen mir in die Augen und liefen mir übers Gesicht.

Einige der Überwachungsgeräte über meinem Bett fingen an zu piepen. Schwester und Pfleger stürmten ins Zimmer und die Chefvisite war bei mir zu Ende. (Eine weitere Chefvisite hat es bei mir nie wieder gegeben.)

Der Pfleger stellte als erstes das Piepen ab und ergriff sofort meinen Arm, um mich zu beruhigen. Er schaute auf die Geräte und fühlte meinen Puls: "Das waren wohl zu viele auf einen Haufen für dich.", sagte der Pfleger, nachdem er alle Weiskittel mehr oder weniger aus dem Zimmer geschoben hatte. Anschließen kam er zu mir ans Bett, um noch einmal nach den Überwachungsgeräten zu schauen. _Alles wieder in Ordnung, Puls und Blutdruck noch etwas erhöht.", sagte er zur Schwester. "Werner hat scheinbar Angst bekommen und ist in Panik geraten.", führte er weiter aus.

"Ich bin nicht in Panik geraten", dachte ich, aber wie sollte ich ihm das erklären. Meine Wut war vorbei. Ich war selber erschrocken, als ich merkte, dass mir heiß wurde. Dass mein Groll solche Auswirkungen hat, hätte ich nicht gedacht. Nun, in Zukunft musste ich aufpassen, was ich mir für Gedanken machte und ich durfte mich nicht mehr so hinreißen lassen.

Der Pfleger und die Krankenschwester waren noch im Zimmer beziehungsweise an der Tür, da kam die Krankengymnastin, um meine Gelenke zu bewegen.

"Kann ich mit Werner arbeiten?", fragte sie den Pfleger. Der Pfleger erzählte ihr, was gerade passiert ist. Die Krankengymnastin nahm meine Hand und sagte: Hallo Werner, was muss ich da hören von dir; - ist nicht so schlimm, wir machen dann eben morgen weiter," Ich wollte ihr noch sagen oder irgendwie mitteilen, dass ich lieber jetzt und morgen mit ihr die Übungen machen würde, doch da war sie schon wieder zur Tür hinaus. Ich bin einfach zu langsam, ärgerte ich mich.

Denn das wäre nicht so langweilig gewesen, wie hier nur zu liegen.

Heute hatte ich keine Kopfschmerzen, obwohl das Gewicht immer noch an meinem Kopf hing. Ich fing wieder an zu überlegen über "alles" und "nichts". Fernsehen wäre jetzt gut, aber die haben hier bestimmt kein Fernseher. Oder Radio, - Musik hören und Nachrichten, was so passiert in Deutschland und der Welt.

Ich war noch ganz in meinen Gedanken versunken, da kam ein Arzt an mein Bett, ich hatte nicht bemerkt, wie er ins Zimmer kam.

"Wie geht es dir jetzt?", fragte er gleich nachdem er mich mit "Guten Tag Werner“ aus meinen Gedanken riss. Ich verschloss ganz ruhig und langsam, aber fest. meine Augen, um ihm damit zu sagen: "Gut, - mir geht es gut". "Keine Angst. mit einer großen Gruppe werden wir nicht wieder zu dir kommen. Ich komme entweder alleine oder höchstens zu zweit.", versprach er mir.

"Wir haben uns etwas überlegt.", fuhr er fort. "Atme einmal ganz tief ein und wieder aus.", ordnete er an und drückte sein Stethoskop an meinen Rücken. Ich versuchte langsam und tief ein zu atmen, nicht so schnell und kurz wie sonst. Wenn ich mich in irgendeiner Weise anstrengte, wurde mein Atem nicht tiefer sondern schneller. Jetzt atmete ich aberlangsam und tief ein, so gut ich es konnte. "Das ist gut und gleich noch einmal.", ordnete der Docktor an. Ich wiederholte das noch einpaar mal. Dann sagte er sichtlich erfreut, "Wir werden ..........

Wir werden die Kanüle aus deiner Luftröhre entfernen und durch eine Sprechkanüle ersetzen, damit kannst du dann sprechen und der Luftröhrenschnitt wächst nicht zu.“, erklärte mir der Arzt. In dem Moment fragte ich mich, warum der nicht zuwachsen soll, aber wie sollte ich fragen, ohne sprechen zu können. Also blieb mir nur, darüber nach zu denken und nach einer Antwort zu suchen.

Da kam Kalle ins Zimmer: „Hallo Werner, du atmest nun schon ein paar Tage eigenständig, das machst du auch schon ganz toll so, aber mit dem Schleim kommst du noch nicht zurecht. Versuche doch mal zu schlucken und zu husten damit das weg kommt.“ Versuchte ich sofort und verschluckte mich auch gleich. Prompt musste ich husten, sodass die angesammelte Flüssigkeit aus der Kanüle spritzte. Kalle rief: „Gut, weiter kräftig husten.“ Doch mehr war nicht, weiter husten konnte ich nicht. Kalle rief weiter, nein er brüllte mich an: „Husten - weiter kräftig husten da ist immer noch was, huste noch mal kräftig jetzt.“ Er hielt die ganze Zeit mit einer Kompresse oder Binde den Luftröhrenschnitt zu.

Ich konnte nicht husten, das eine Mal, das war wie ein Reflex, aber noch einmal war das nicht möglich. Wie ich es auch versuchte, es gelang mir nicht. Ich verstand es selber nicht, husten ist doch ganz einfach. Da Kalle aber nicht aufhören wollte, mich zum Husten aufzufordern und ich ihm nicht sagen konnte, dass das nicht geht, versuchte ich aus Wut eine fragende Gestik zu erzeugen, indem ich meine Arme und Schultern hoch zog. Bei den Schultern passierte nichts, beim linken Arm auch nicht, aber der rechte Arm, der auf der Bettdecke lag, hob sich soweit nach oben, dass ich meine Hand sehen konnte. Was war das? Ich war selber so überrascht, ich hatte meine Hand gesehen, ich hatte sie wirklich gesehen. Kalle schaute mich an und sagte: „Du sollst husten und nicht den Arm heben.“ Er hatte es aber verstanden, er nahm seine Hand von meinem Hals, dann einen neuen Schlauch aus der Verpackung und saugte den noch vorhandenen Speichel und Schleim ab, sodass ich wieder frei atmen konnte. „Versuche weiter zu schlucken und zu husten, nur wenn du die Atemwege freihalten kannst, können wir das Loch schließen.“ sagte er, zog die Bettdecke über meine Füße und ging zur Tür hinaus.

Wenn ich sonst meine Arme und Beine bewegt habe, dann konnte ich mich nur darauf verlassen, was ich fühlte. So, wie ich auf dem Bett lag, konnte ich nur nach oben schauen und zur Seite, wenn ich den Kopf etwas drehte. Um an mir herunter zu schauen, müsste ich den Kopf anheben, was aber, durch das Gewicht, unmöglich war. Doch eben hatte ich meine Hand gesehen, richtig gesehen, keine Täuschung.

Schlucken? Schlucken sollte ich, da war aber nichts zum Schlucken. Also versuchte ich meinen Arm zu heben. Wieder und wieder versuchte ich es, ich versuchte sogar meinen Kopf zu heben, obwohl da das Gewicht dran hing, nur um meine Hand noch einmal zu sehen.

Wie hoch ich den Arm wohl heben muss, bis ich die Hand sehen kann. Ich musste es noch einmal versuchen. Nach dem, was ich fühlte, hatte ich meinen Arm gehoben aber gesehen hatte ich nichts. Noch einmal mit mehr Kraft oder mehr Willen, vielleicht noch ein Augenblick warten, um Kraft zusammeln. Ich konzentrierte mich auf den Zeitpunkt, wo ich den Arm heben wollte. Mein Herz spürte ich, wie es klopfte, doch das war nicht wichtig, mein ganzer Körper war angespannt und wartete auf den Augenblick, den Arm zu heben ich schob alles was ich an Kraft, Wut und Zorn aufbringen konnte in diese eine Bewegung, den Arm zu heben.

Dann war es soweit, die ganze aufgestaute Anspannung entlud sich, indem der Arm anhob. Die Hand, wieder war die Hand am unteren Rand meines Blickfeldes zusehen. Aber was war jetzt passiert, ein lautes Piepgeräusch pfiff mir durch die Ohren. Das Geräusch kannte ich, es war die Pulsüberwachung die durch meine Anstrengung ausgelöst worden war. Ich beruhigte mich schnell und schaute gelangweilt zur Decke, als die Schwestern gleich zu dritt ins Zimmer gelaufen kamen. Eine der Schwestern ergriff sofort meine Hand, die andere stellte das Piepen ab und kontrollierte die Geräte sowie alle Kabel und Verbindungen. „Fehlalarm“, sagte die Schwester an den Geräten zu ihren Kolleginnen. „Da hast du dich aber ganz schön erschrocken, es ist aber nichts passiert, das kommt mal vor, es ist alles in Ordnung“, sprach die andere Schwester leise und sichtlich erleichtert zu mir. Wer sich wohl mehr erschrocken hat, dachte ich so.

Kalle kam ins Zimmer und prüfte noch mal alle Kabel und Schläuche. „Was ist passiert?“ fragte er die Schwestern. „Nichts zu sehen, scheinbar eine Fehlmeldung.“, erklärte eine Schwester dem Arzt, als sie gerade dabei war, einen Absaugschlauch aus der Verpakkung zu ziehen, um mich vorbeugend schon mal abzusaugen. „Halt", winkte Kalle ab, „ihr müsst nicht immer gleich absaugen, wenn ihr hier seit, Werner soll husten und schlucken üben, dass er die Atemwege selber frei halten kann.

„Aber mit der Kanüle kann er doch gar nicht husten.“, entgegnete die eine Schwester. „Doch, doch das geht schon.

Da muss er sich halt ein bisschen anstrengen.“ erwiderte Kalle und fügte hinzu: „Ich setze ihm gleich eine Sprechkanüle ein. Die ist mit einer Klappe, die beim Ausatmen die Öffnung verschließt, da kann er dann husten und auch wieder sprechen.“

Mein Arm hatte sich doch bewegt. Wie alle wieder das Zimmer verlassen hatten, war das mein erster Gedanke. Kurz hatte ich meine Hand sehen können! Ich hatte es geschafft! Ob ich das noch mal schaffe, fragte ich mich gedanklich, das werde ich jetzt immer wieder versuchen überlegte ich mir.

Ich könnte das eigenständige Heben des rechten Armes auch der Krankengymnastin zeigen und dann auch noch das ein oder andere mit den Beinen oder Fingern. Die nette Dame ist allerdings immer so in Eile, dass für meine Fragen kein Zeit übrig bleibt. Es reicht man gerade für ein Augen zukneifen, wenn ich „nein“ sagen möchte oder für ein lächeln bei „ja“, wenn sie mich etwas fragt. Wenn ich am Ende etwas fragen möchte, ist sie meistens schon wieder weg. Die Fragen fallen mir aber auch immer zu spät ein, und bis ich mich dann bemerkbar gemacht habe, ist meistens schon alles vorbei und sie ist weg. Das passiert mir mit den Schwestern auch immer. Wenn ich mir auch vornehme etwas zu Fragen, wenn die nächste ins Zimmer kommt. Ist es soweit, hab ich alles vergessen und denke nicht mehr daran, was ich mir eigentlich vorgenommen hatte.

Jetzt hat die doch meinen Arm mit unter die Zudecke getan. Ich ärgerte mich, weil ich es doch noch einmal versuchen wollte. Vielleicht kann ich ihn selber Unterausziehen? Wenn die Schulter hochziehe. Was ich auch gleich während des Gedanken versuchte.

Meine Schulter konnte ich aber nur ein kleines Stück anheben, was meinen Arm so nicht befreite.

Nun versuchte ich meinen Ellenbogen zu beugen. Es bewegte sich mein Unterarm bis ich mit der rechten Hand an meine Oberschenkel stieß. Automatisch krabbelte ich jetzt mit den Fingern, und durch gleichzeitiges beugen des Ellenbogens, mit der Hand an meinen Oberschenkel hoch bis zum Bauch. Mühselig Zentimeter um Zentimeter bewegte ich meine Hand mit den Fingern ziehend in Richtung linke Schulter bis der Arm fast vollständig unter der Decke hervor gezogen war. Vorsichtig überstieg ich die Kabel und Schläuche die den Weg meiner Hand kreuzten. Mit den Finger drückte ich die Hand über den linken Schlüsselbein hoch und hob gleichzeitig den Ellenbogen an, so das Decke über den Ellenbogen weg rutschte. Geschafft der Arm war jetzt auf der Decke.

Behutsam mit den Fingern über die Leitungen wieder zurück und dabei den Ellenbogen strecken. Das war einfach, schnell war der Arm wieder gestreckt und lag nun neben den Körper aber auf der Decke.

Jetzt wurde ich allerdings in meinen Bemühungen unterbrochen, Kalle kam mit einer Schwester um die Kanüle zu tauschen. Die Kanüle hatte zwei Ösen an den Seiten, wo jeweils ein Stück Mullbinde befestigt war.

Bei der vorhandenen Kanüle wurde die Binde durchtrennt und aus der Luftröhre genommen.

Nun wurde die Kanüle mit dem Ventil in der Öffnung unterhalb des Kehlkopfes eingesetzt, die Mullbindenstreifen um meinen Hals gelegt und unterleichten Zug verknotet.

„ So Werner! Nun Sag mal was“, ordnete Kalle lächelnd an. Aber was sollte ich sagen und wie? Als Kalle merkte, das von mir nichts kam und ich nichts sagte, bildete sich sein lächeln ganz langsam zurück, bis wieder seine typische Arztmimik erreicht war. „Sag mal Ah“ ergänzte er, ich holte Luft öffnete meinen Mund und musste erstenmal husten. Ich merkte sofort das ich den Speichel den ich glaubte gerade herunter geschluckt zu haben, wieder im Mund hatte, gleichzeitig merkte ich wie das Atmen viel leichter ging als vorher. Also noch mal schlucken, Luft holen und nun Aaah sagen, aber außer ein gehauchtes Haaa war nichts zu hören. „ Lauter , noch mal ! „ forderte Kalle mich auf. Ich holte noch mal Luft so gut es ging und dann ganz laut wieder Aaah, jedoch das war eher noch leiser als vorher. „Ist gut, wir versuchen es morgen noch einmal“, legte Kalle fest und verlies das Zimmer.

Dass ich wieder sprechen konnte, hatte ich auch nicht wirklich erwartet, denn ich hatte kaum die Kraft um mich zu bewegen. Zum sprechen reicht das eben auch nicht und dann mit dieser Kanüle die bestimmt nicht ganz dicht ist. Mit den Gedanken verwarf ich meine Enttäuschung. So ganz aufgeben wollte ich aber denn doch nicht und versucht weiter, wenn es mir einfiel, ein lautes Aaah zu erzeugen. Mein Hals war oft voller Schleim und Speichel und husten konnte ich nur, wenn der Reitz da war, wenn ich mich richtig verschluckte. Ich konnte mich nur räuspern, oft aber auch nicht kräftig genug, um alles frei zu bekommen.

Am nächsten Tag wartete ich auf Kalle, dem ich unbedingt zeigen wollt das ich mit der Sprechkanüle kein Ton erzeugen kann. Jedem, der zu mir ans Bett kam, versuchte ich zu erklären durch hauchen und den entsprechenden Mundbewegungen, das ich mit dieser Sprechkanüle kein Ton erzeugen kann. Doch niemand reagiert auf meine Versuche, entweder werde ich ignoriert oder sie sagen sie verstehen mich nicht. Wenn sich doch nur mal jemand richtig Zeit nehmen würde, um zu probieren, wie ich mich verständlich machen kann.

Einer Schwester, die im Zimmer war, konnte ich zu verstehen geben, dass ich auf Kalle warte. Weil ich Ihm zeigen möchte, das ich auch nach zahlreichen Versuchen immer noch kein lauten ton erzeugen kann. Sie erzählte mir, das sie Kalle mit zwei Herren vom Sanitätshaus gesehen hätte . Weiter berichtigte sie mir, das sie gehört hätte, mich in einem Liegestuhl setzen zu wollen. Prima dachte ich, die haben das Stützkorsett fertig. Dann werde ich aufgesetzt und das sprechen wird besser gehen. Vielleicht kann ich auch kurz stehen und meine Beine spüren. Ich konnte es kaum erwarten aus dieser liegenden Position heraus zu kommen. Sofort machte ich mir Gedanken, wie toll es wäre, aufrecht zu sitzen, wieder richtig zu schlucken, etwas zu trinken. Bisher durfte ich nicht trinken, mir hat man nur von Zeit zu Zeit die Lippen leicht angefeuchtet. Aber der Gedanke aufrecht zu sitzen weckte in mir Trink und Eß gelüste.

Eine richtig scharfe Currywurst mit Pommes und viel Majonäse, dazu ein großes Glas Cola, „Auuja“, das wäre jetzt genau das Richtige. „Nein“, meine Vernunft sagte mir, „das wird es hier nicht geben“. Aber der Gedanke daran war nicht schlecht gewesen und tat gut.

Es ist jetzt schon eine ganze Weile her, dass die Schwester mir das gesagt hatte. Ich habe auch schon ein paar Mal Kalles Stimme auf dem Flur gehört. Aber es kommt keiner, warten war noch nie meine Stärke, bei mir muss immer alles gleich und schnell gehen. Jetzt liege ich hier, kann nichts tun, kann mich nicht bewegen und es passiert auch nichts. Klingeln konnte ich auch nicht, da hing zwar ein Klingelknopf am Nachttisch aber der war so weit entfernt, selbst wenn ich mein Arm normal bewegen könnte, würde ich den Knopf dort nicht erreichen. Der Knopf oder Drücker ist nur für Notfälle. Genau genommen hatte ich ja auch keine Grund zum klingeln. Oder ist Ungeduld bei mir ein Notfall? Ich glaube in diesen Fall schon. Aber ich konnte ihn nicht erreichen. Rufen oder schreien konnte ich nicht, pfeifen auch nicht. Vorher, vor dem Unfall, konnte laut Pfeifen. Jetzt, mit dem Loch im Hals, ist das allerdings unmöglich. Da bleibt mir, im Moment, nur warten bis, die, soweit sind und mich aufsetzen. Oder bis irgendjemand ins Zimmer kommt, wenn der mich dann allerdings nicht direkt anschaut, ist es auch wieder schwierig mich bemerkbar zumachen.

Im Sitzen, überlegte ich weiter, da würde ich auch meine Hände sehen können. Ob die sich wirklich nicht mehr bewegen lassen?

Jetzt endlich kamen die Herren mit dem Stützkorsett. Nach der üblichen Begrüßung zeigte einer der beiden Herren, mir was er mit Hilfe der Abdrücke gefertigt hatte. Es waren zwei Schalen aus weisen Kunststoff, innen mit weißer Watte ausgepolstert und mit breiten Klettbändern an den Seiten. Die eine für den Rücken die hinauf ragte bis zum Hinterkopf. Die andere für den Brustbereich mit einer Stützschale fürs Kinn und einer Öffnung für die Kanüle.

„Na, dann wollen wir mal probieren ob es passt“ fragte Kalle auffordernd und ergänzte „bist du bereit Werner?“ Was für eine Frage, klar war ich bereit. Obwohl ein bisschen komisch war mir schon. Das sah doch alles ein wenig schmal und flach aus, da sollte ich hinein passen. Nach dem man mich etwas angehoben hatte, wurde das Rückenteil unter meinen Oberkörper geschoben. Ich lag in dieser kleinen Schale? Es drückte nirgendwo, entweder ist die Schale unheimlich flexibel oder ich bin geschrumpft dachte ich so für mich. Dann wurde mit einem breiten Klettband welches über meine Stirn verlief, der Kopf an dem Stützkorsett fixiert.

Das Vorderteil mit der Kinnschale wurde stramm unter meinen Unterkiefer gedrückt und ebenfalls mit den Klettbändern fest mit dem Rückenteil verbunden.

Dieses ganze Teil war so fest das ich den Kopf nicht mehr bewegen konnte, nicht auf oder ab, nicht nach rechts oder links, nichts kein Millimeter. Die Zähne die, die ich noch hatte, wurden fest auf einander gepresst. Sprechen würde ich so nicht können und essen auch nicht. Die Hoffnung jetzt etwas zu essen zu bekommen, habe ich im diesen Moment verworfen. Auch wenn das jetzt völlig unbequem war, das musste ich so hinnehmen, ich konnte nichts ändern.

Während die Herren das Korsett anlegten, waren sie völlig überzeugt davon, sie tun das Richtige.

Nur ich war nicht so sicher, das dass so alles richtig ist.

Nach dem nun alles fest war und man die Festigkeit fünf mal überprüft hatte, wollte man mich auf setzen.

„Achtung Werner es geht los“, rief Kalle mir laut zu. „Halt! “ rief einer der anderen „wir müssen erst das Gewicht vom Kopf lösen“.

„Das auch noch“ dachte ich, ich wollte nur wieder raus aus diesen Teil, wieder in Ruhe liegen und den Druck unter Kinn nicht mehr spüren.

Es war soweit, dass Gewicht war ausgehängt, der Sitz des Korsetts ein sechstes mal geprüft, und ich wurde auf gesetzt. Ganz langsam und vorsichtig wurde ich aufgerichtet bis ich mit dem Oberkörper senkrecht im Bett saß. In dem Moment rutschte das Korsett ein kleines Stück nach unten und der Ganze Druck unter meinem Kinn war weg. Nun konnte ich den Mund ein kleinwenig öffnen und den Kopf geringfügig nach rechts oder links drehen.

Ich saß! Das war toll! Meine Hände konnte ich sehen, die sahen allerdings ziemlich zerfetzt aus. Im ersten Augenblick war ich darüber sehr erschrocken. Beim genauen betrachten erkannte ich das es die Hornhaut war, die sich nach mehreren Wochen Nichtstun abpellte.

Mir war nicht ganz wohl und etwas schwindlicht war mir auch. „Wenn es nicht geht und dir schwindlicht ist, schließe die Augen, dann legen wir dich wieder hin“, erklärte Kalle mir.

Ich schloss nicht die Augen ich wollte nur noch sitzen und meine Hände anschauen. Bei der rechten Hand konnte ich die Finger bewegen auch die Hand drehen. Aber links passierte nichts, so sehr ich es auch versuchte, nichts bewegte sich. Ich saß im Bett wurde von Kalle und einen der Herren gehalten und versuchte so viel wie möglich mich zu bewegen. Dann forderte der andere Herr seinen Kollegen auf sie müssten jetzt gehen. Worauf der mich sofort los ließ und Kalle nachgreifen musste um mich zuhalten. Nicht das ich umgekippt wäre, aber erschrocken war ich schon. Ich hatte das Gefühl der war froh, dass er gehen konnte.

Kalle bat jetzt eine Schwester sie möge doch ein Stuhl holen. Nach einen kurzen Augenblick kam sie mit einen Transportstuhl eine Art Rollstuhl der nur zum schieben geeignet ist, wieder. Sie stellte den Stuhl neben meinem Bett. Die Schwester nahm die Bettdecke von meinen Beinen. „Oh nein! Was war mit meinen Beinen passiert, nur noch Haut und Knochen, man konnte jeden Knochen erkennen. Ich hatte meine Beine anders in Erinnerung und musste mich erst an diesen Anblick gewöhnen. Ich überlegte noch wie ich in den Stuhl kommen sollte, da packte Kalle mir unter die Arme die Schwester nahm meine Füße und nach einem kurzen „auf“, von Kalle saß ich im Stuhl.

Das haben die beiden nicht zum erstenmal gemacht, habe ich sofort gedacht.

neue Fortsetzung 18.04.2007

Die Schwester legte anschließend die Decke wieder über meinen Körper und Beine, die Arme über der Decke und schob mich neben das Bett weil ich immer noch am Tropf angeschlossen war.
Sofort war mein Blick wieder bei meinen Händen, die ich immer noch versuchte zu bewegen.
Rechts waren einzelne Bewegungen möglich. Links aber überhaupt nichts. Ich war so damit beschäftigt, dass ich Kalle erst bemerkte wie er seine Hand in meinen Blickfeld hin und her bewegte. "Kannst du so einen Moment sitzen bleiben? Dann beziehen die Schwestern das Bett neu und dann legen wir dich wieder hin." sagte Kalle und winkte immer noch mit der Hand. Indem ich ihn anschaute und meine Augen offen hielt, gab ich meine Zustimmung.
Worauf Kalle, für mich völlig überraschend, mit seinen Zeigefinger die Öffnung der Kanüle zu hielt und mich aufforderte "Sagt mal Ja." Ich war sofort gezwungen durch Nase oder Mund zu atmen.
Beim Ausatmen durch den Mund versuchte ich "ja" zu sagen, aber was ich hörte war nur ein gehauchtes Haaa "Gut," erwiderte Kalle "das werden wir weiter üben." Er nahm den Finger wieder weg und ging. Ich versuchte weiter meine Hände zu bewegen und betrachtete nebenher das Zimmer aus dieser neuen Position. Die Schwestern, die mittlerweile zu zweit damit beschäftigt waren das Bett neu zu beziehen, schauten abwechselnd zu mir herüber, ob ich auch noch immer da bin. Ich saß sicher im Stuhl vom Stützkorsett aufrecht gehalten, konnte weder rechts noch links kippen oder umfallen. Ich fühlte mich absolut sicher. So zu sitzen war wesendlich angenehmer als gestreckt auf dem Bett zu liegen.
Meine Hände ließen mich nicht los, ich betrachtete sie immer wieder, schaute auf die in Fetzen anhängende Hornhaut besonders auf der rechten Handinnenseite.
Durch Bewegen der Hand auf der Decke versuchte ich die Hautreste abzustreifen. Eine Lebensaufgabe wenn man die Hand nicht richtig bewegen kann.

Das Bett war inzwischen neu bezogen und die Schwestern hatten das Zimmer verlassen.
"Soll ich hier so sitzen bleiben?" ,fragte ich mich, keiner hatte mir was gesagt. Hier so zu sitzen war für mich neu aber gut. Ich konnte mich mit meinen Händen beschäftigen. Besser gesagt mit meiner rechten Hand, da ich die ein wenig bewegen konnte. Die linke lag bewegungslos auf der Decke und veränderte sich kein Millimeter, so sehr ich es auch versuchte.
Nun kam eine der Schwestern mit einer Waschschüssel in der Hand und einem Handtuch über den Arm auf mich zu. "So Werner ich werde jetzt deine Hände von den Hautresten befreien", sagte sie und stellte die Schale aufs Bett. Anschließend rubbelte sie mit einem Waschlappen und den warmen Seifenwasser aus der Schale die losen Hautreste von den Fingern und Händen.
Na schön, dachte ich deine Hände sind sauber, sehen aus wie von einem Toten, absolut sauber jeder Knochen und Hautfalte deutlich sichtbar.
Das waren meine Hände?
Die Schwester hat es sicher nur gut gemeint, aber sie hatte mir meine selbst erdachte Aufgabe genommen. Ich hatte gerade begonnen gefallen daran zu finden die Haut ab zu streifen. Auch wenn ich das nie ganz geschafft hätte und schon gar nicht in der Zeit aber ein Augenblick hätte gern noch weiter probiert.
Nach einer Weile ging ein Pfleger auf dem Flur an meinem Zimmer vorbei und rief zu mir rüber "Hallo Werner, toll du sitzt im Stuhl!" Als wenn ich mich da selbst reingesetzt hätte.
Ich fragte mich auch so langsam wie lange ich noch so sitzen sollte. Im Liegen wäre es auch nicht Interessanter wie jetzt. Obwohl ich nichts machte, mir nichts drückte und ich auch keine Schmerzen hatte, so war es doch anstrengend hier zu sitzen.
Auf seinen Rückweg kam der Pfleger wieder an mein Zimmer vorbei, "Du sitzt da ja immer noch", rief er mir zu, während er auf mich zukam. "Möchtest du ins Bett oder noch weiter sitzen"? fragte er und ohne auf meine Antwort zu warten ging er zur Tür und rief "Wie lange soll Werner noch im Stuhl sitzen."
"Sitzt, Werner immer noch im Stuhl? Der sollte eigentlich schon längst wieder im Bett liegen", hörte ich Kalle fragen, wobei seine Stimme immer näher kam. Bis er im Zimmer war, mit der Blutdruckmanschette in der Hand stand er vor mir, als wenn er sagen wollte nun aber hopp ins Bett. Nach dem er dann meinen Blutdruck kontrolliert hatte und damit zufrieden war, legten er und der Pfleger mich zurück ins Bett. Nun wurde ich wieder aus der Umklammerung des Stützkorsett befreit. Gerade liegend mit dem Gewicht wieder am Kopf konnte ich mich nun erholen. Ich war froh wieder im Bett zu sein denn liegen ist wesendlich angenehmer als zusammengepresst im Stuhl zu sitzen.

 

 

Fortsetzung folgt!

 

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